Kinder

Kinderaugen entwickeln sich in den ersten Lebensjahren. Was in dieser Zeit übersehen wird, lässt sich später oft nicht mehr aufholen. Genau deshalb gibt es die Vorsorgeuntersuchungen, und genau deshalb lohnt es sich, sie wahrzunehmen, auch wenn nichts auffällt.

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Eltern-Kind-Pass: die Augenuntersuchungen

Der Mutter-Kind-Pass heißt seit 1. Jänner 2024 Eltern-Kind-Pass. Am Ablauf und an den Untersuchungen hat sich dadurch nichts geändert, nur am Namen. Vorgesehen sind zwei augenärztliche Untersuchungen:

  • 10. bis 14. Lebensmonat: Diese Untersuchung dürfen neben Kinder- und Allgemeinmedizinern auch Augenfachärztinnen durchführen. Wir machen sie bei uns.
  • 22. bis 26. Lebensmonat: Diese Untersuchung darf ausschließlich von Fachärztinnen für Augenheilkunde und Optometrie durchgeführt werden. Dafür brauchen Sie einen eigenen Termin bei uns, sie läuft nicht über die Kinderärztin mit.

Wichtig für das Kinderbetreuungsgeld

Die Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen sind eine Voraussetzung für den vollen Bezug des Kinderbetreuungsgeldes. Ein versäumter Termin kann also Geld kosten. Buchen Sie den Augentermin im 22. bis 26. Lebensmonat rechtzeitig, weil er separat stattfindet und gerne übersehen wird.

Bringen Sie bitte den Eltern-Kind-Pass mit und, falls vorhanden, Vorbefunde. Planen Sie ausreichend Zeit ein, wir rechnen für den Termin etwa 90 Minuten. Kinder brauchen Pausen, und eine Untersuchung unter Zeitdruck bringt bei einem Zweijährigen keine verlässlichen Ergebnisse. Wenn es an einem Tag nicht geht, teilen wir auf zwei Termine auf.

Woran erkenne ich, dass mein Kind schlecht sieht?

Meist gar nicht, und das ist der schwierige Teil. Kinder sagen nicht, dass sie schlecht sehen, weil sie nicht wissen, wie gutes Sehen aussieht. Für sie ist das, was sie sehen, normal. Besonders tückisch ist es, wenn nur ein Auge betroffen ist, denn dann gleicht das andere alles aus.

Anzeichen, bei denen Sie hinschauen sollten:

  • Häufiges Augenreiben oder Blinzeln, Zusammenkneifen der Augen
  • Buch, Tablet oder Spielzeug werden sehr nah ans Gesicht gehalten
  • Der Kopf wird beim Schauen schief gehalten oder gedreht
  • Stolpern, Danebengreifen, Unsicherheit auf Stufen
  • Kopfschmerzen, schnelles Ermüden beim Lesen, Lernprobleme im Schulalter

Hier bitte nicht auf den nächsten Vorsorgetermin warten

Bei Schielen, Augenzittern, einer weißlich wirkenden Pupille, lichtscheuen oder ständig tränenden Augen bitte zeitnah einen Termin vereinbaren, unabhängig vom Alter des Kindes. Eine weißliche Pupille, etwa auf einem Blitzlichtfoto, gehört immer sofort abgeklärt.

Ist das noch normal? Fragen aus den ersten Jahren

Die folgenden Angaben sind Orientierungswerte, keine Stichtage. Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie lieber einmal zu früh nachsehen als zu spät. Eine Untersuchung, bei der nichts herauskommt, ist kein vergeudeter Termin.

Mein Baby schielt, ist das schlimm?

In den ersten Lebensmonaten lernen Babys erst, Objekte mit beiden Augen gleichzeitig zu fixieren. Dabei kommt es immer wieder zu vorübergehendem Schielen, besonders wenn das Kind müde oder sehr entspannt ist. Das ist in dieser Phase normal.

Als Orientierung: Ab etwa dem vierten Lebensmonat sollte sich das legen. Besteht es danach weiter, gehört es angeschaut. Unabhängig vom Alter gilt: Wenn immer dasselbe Auge abweicht, wenn das Schielen plötzlich neu auftritt oder wenn es deutlich ausgeprägt ist, bitte zeitnah einen Termin vereinbaren.

Auf Fotos sieht es aus, als würde mein Kind schielen

Viele Säuglinge haben breite Hautfalten am inneren Lidwinkel. Dadurch ist vom weißen Augapfel innen weniger zu sehen, und es wirkt wie ein Innenschielen, obwohl die Augen gerade stehen. Das nennt man Pseudoschielen, es verwächst sich mit dem Gesicht.

Der Unterschied zwischen echtem und scheinbarem Schielen lässt sich von außen nicht sicher beurteilen, auch nicht auf Fotos. Genau dafür ist die Untersuchung da. Bringen Sie die Fotos ruhig mit.

Mein Baby schaut mich nicht richtig an

In den ersten Wochen ist der Blick noch unstet. Etwa ab der sechsten bis achten Lebenswoche sollte ein Kind Gesichter fixieren und ihnen mit den Augen folgen.

Wenn das mit drei Monaten nicht sicher gelingt, wenn das Kind Sie nicht anschaut oder wenn die Augen ständig zittern, bitte abklären lassen.

Ein Auge tränt ständig

Meist steckt ein noch verengter Tränenkanal dahinter. Das ist bei Säuglingen häufig und löst sich in vielen Fällen im ersten Lebensjahr von selbst.

Anders ist es, wenn das Auge dabei rot wird, wenn das Sekret eitrig ist, wenn das Lid verklebt oder wenn es über das erste Lebensjahr hinaus anhält. Dann bitte untersuchen lassen.

Mein Kind hält alles ganz nah ans Gesicht

Kleine Kinder können in der Nähe sehr gut scharf stellen und tun das gerne. Für sich genommen ist das noch kein Alarmzeichen.

Genauer hinschauen sollte man, wenn es dauerhaft so ist, wenn der Kopf dabei schief gehalten oder gedreht wird, wenn ein Auge zugekniffen wird oder wenn das Kind im Kindergarten und in der Schule Dinge übersieht, die andere bemerken.

Auf dem Blitzlichtfoto leuchtet eine Pupille weiß

Normalerweise leuchten beide Pupillen im Blitzlicht rot. Wenn eine weiß, gelblich oder deutlich anders erscheint als die andere, gehört das immer und sofort abgeklärt.

Das ist die einzige Beobachtung auf dieser Seite, bei der wir nicht zum Abwarten raten. Meist findet sich eine harmlose Erklärung wie ein ungünstiger Blitzwinkel. Es kann aber auch das erste Zeichen einer ernsten Erkrankung sein, und dann zählt jede Woche.

Ich sehe gar nichts Auffälliges, muss ich trotzdem kommen?

Ja. Manche Schielformen sind so gering ausgeprägt, dass sie von außen niemandem auffallen, weder den Eltern noch der Kinderärztin. Man spricht dann von einem Mikroschielen. Der Winkel ist so klein, dass man ihn nicht sieht, das Gehirn unterdrückt aber trotzdem das Bild des abweichenden Auges. Dieses Auge bleibt in der Entwicklung zurück, und entdeckt wird das oft erst spät.

Genau deshalb sind die Untersuchungen im Eltern-Kind-Pass für alle Kinder vorgesehen und nicht nur für auffällige. Dass Sie nichts bemerken, ist ein gutes Zeichen, aber kein Nachweis.

Mein Kind sieht doch gut, wozu dann zur Augenärztin?

Ein verständlicher Gedanke, und genau darin liegt das Risiko. Mehrere ernste Erkrankungen im Kindesalter machen keine erkennbaren Beschwerden, weder für die Eltern noch für das Kind.

  • Schwachsichtigkeit: Ein Auge wird zu wenig genutzt und lernt das Sehen nicht richtig. Das wächst sich nicht aus und ist nur in den ersten Lebensjahren gut behandelbar.
  • Schielen: Manchmal deutlich sichtbar, manchmal nur so gering, dass es niemandem auffällt. Gerade die kleinen Winkel sind heikel, weil sie unerkannt zur Schwachsichtigkeit führen.
  • Angeborener Grauer Star: Eine Trübung der Linse, die früh erkannt werden muss.
  • Angeborenes Glaukom: Erhöhter Druck im Auge, der den Sehnerv schädigen kann.
  • Retinoblastom: Ein seltener Tumor der Netzhaut, der früh erkannt gut behandelbar ist.
  • Frühgeborenen-Retinopathie: Betrifft Frühgeborene mit noch unfertiger Netzhaut.

Der entscheidende Punkt bei Schwachsichtigkeit und Schielen ist das Zeitfenster. Das Sehen wird in den ersten Lebensjahren erlernt. Was in dieser Phase nicht angelegt wird, lässt sich später nur noch begrenzt nachholen. Deshalb sind die Vorsorgetermine keine Formalität.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Kindgerecht und ohne Druck. Wir prüfen die Sehschärfe mit Symbolen statt Buchstaben, damit auch Kinder mitmachen können, die noch nicht lesen. Dazu schauen wir uns die Augenstellung, die Beweglichkeit und das Zusammenspiel beider Augen an sowie den vorderen und hinteren Abschnitt des Auges.

Muss mein Kind eingetropft werden?

Nicht bei jeder Untersuchung, aber bei der ersten genauen Bestimmung der Sehfehler ist es wichtig. Kinder können sehr stark scharfstellen und gleichen dabei eine Weitsichtigkeit unbemerkt aus. Ohne Tropfen misst man dann zu gute Werte und übersieht genau das, was behandelt gehört.

Die Tropfen brauchen etwa 30 bis 45 Minuten, bis sie wirken. Danach ist das Kind einige Stunden blendempfindlich und sieht in der Nähe unscharf. Eine Sonnenbrille oder eine Kappe hilft für den Heimweg. Bringen Sie am besten etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen mit, die Wartezeit ist für kleine Kinder das Anstrengendste am Termin.

Was wir behandeln

Schielen

Beim Schielen sind die Augen nicht gleichzeitig auf denselben Punkt gerichtet. Unbehandelt schaltet das Gehirn das abweichende Auge aus, damit keine Doppelbilder entstehen, und dieses Auge bleibt in der Entwicklung zurück.

Behandelt wird zuerst mit der richtigen Brille, oft löst das schon einen großen Teil. Dazu kommt bei Bedarf die Okklusion, also das zeitweise Abkleben des besseren Auges, damit das schwächere arbeiten muss. Eine Operation kommt erst infrage, wenn diese Schritte nicht ausreichen.

Schwachsichtigkeit

Ein Auge sieht dauerhaft schlechter, weil es in der frühen Kindheit nicht ausreichend genutzt wurde. Ursache ist meist ein Schielen oder ein Sehfehler, der nur ein Auge betrifft.

Die Behandlung braucht Geduld und Konsequenz, meist über Monate. Das ist im Alltag anstrengend, gerade das Abkleben. Es lohnt sich trotzdem, weil das Zeitfenster begrenzt ist.

Kurzsichtigkeit und Myopie-Management

Kurzsichtigkeit beginnt meist im Schulalter und nimmt oft über Jahre zu. Aufhalten lässt sie sich nicht, verlangsamen schon. Dafür gibt es spezielle Brillengläser und Kontaktlinsen, unter anderem Ortho-K-Linsen für die Nacht.

Am besten belegt und dabei kostenlos ist etwas anderes: Zeit im Freien. Empfohlen werden etwa zwei Stunden täglich. Warum das wirkt, ist noch nicht abschließend geklärt, der Effekt ist aber in mehreren Studien zu sehen. Es lohnt sich also, das Kind rauszuschicken, bevor man über Speziallinsen nachdenkt.

Was Sie zu Hause tun können

  • Nach draußen: Tageslicht ist der am besten belegte Schutzfaktor gegen fortschreitende Kurzsichtigkeit.
  • Abstand statt Verbot: Entscheidend ist weniger die Bildschirmzeit an sich als der Abstand und die Pausen. Ein Tablet mit 20 Zentimetern Abstand ist ungünstiger als ein Fernseher quer durchs Zimmer.
  • Licht beim Lesen: Gute Beleuchtung und regelmäßige Pausen entlasten spürbar.
  • UV-Schutz: Kinderaugen lassen mehr UV durch als die von Erwachsenen. Eine Sonnenbrille mit geprüftem UV-Schutz ist sinnvoll, besonders am Wasser, im Schnee und im Gebirge.
  • Termine einhalten: auch und gerade dann, wenn nichts auffällt.

Was kostet das?

Kinderaugenheilkunde

Kassenleistung

  • Eltern-Kind-Pass-Untersuchunge-card
  • Augenärztliche Kontrollee-card
  • Sehtest und Schieldiagnostike-card
  • Brillenverordnunge-card

Privatleistung

  • Myopie-Management, Speziallinsen[[ Preis ]]
  • Kontaktlinsenanpassung für Kinder[[ Preis ]]

Die Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen sind bei Vertragsärztinnen der Krankenversicherungsträger kostenlos.

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Unsere Ordination ist LARA Partnerin von UNIQA. Je nach Versicherungsschutz kann die Abrechnung ambulanter Leistungen direkt mit UNIQA erfolgen, Sie müssen also nicht in Vorlage treten.

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