Grüner Star (Glaukom) in Wien

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Der Grüne Star, medizinisch Glaukom, gehört zu den häufigsten Ursachen für dauerhaften Sehverlust. Das Heimtückische daran: Er tut nicht weh und beginnt am äußeren Rand des Sehfelds. Bis jemand selbst etwas bemerkt, ist meist schon Sehnerv verloren gegangen, und das kommt nicht zurück.

Die gute Nachricht: Früh erkannt lässt sich der Grüne Star in aller Regel so behandeln, dass das Sehvermögen erhalten bleibt. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie wir untersuchen, welche Behandlungen es gibt und was sie kosten.

Wann Sie nicht warten dürfen

Plötzlich sehr rotes, hartes und stark schmerzendes Auge, dazu verschwommenes Sehen, Regenbogenringe um Lichtquellen, Übelkeit oder Erbrechen: Das kann ein akuter Glaukomanfall sein. Suchen Sie sofort eine Augenambulanz auf oder rufen Sie die Rettung unter 144. Bitte warten Sie nicht auf einen regulären Termin.

Was ist der Grüne Star?

Im Auge wird ständig Flüssigkeit gebildet und über einen feinen Abflussweg wieder abgeleitet. Wenn dieser Abfluss nicht mehr richtig funktioniert, steigt der Druck im Auge. Auf Dauer drückt das auf den Sehnerv, und dessen Fasern gehen nach und nach zugrunde.

Der Sehnerv überträgt alles, was das Auge sieht, ans Gehirn. Was dort an Fasern verloren geht, lässt sich nicht ersetzen. Deshalb geht es beim Grünen Star immer darum, den Schaden aufzuhalten, nicht darum, ihn rückgängig zu machen.

Wichtig zu wissen: Es gibt auch Glaukome bei völlig normalem Augendruck. Ein unauffälliger Druckwert allein ist also keine Entwarnung, deshalb schauen wir uns immer auch den Sehnerv selbst an.

Warum merkt man ihn so spät?

Der Ausfall beginnt außen im Gesichtsfeld, nicht in der Mitte. Und weil beide Augen zusammenarbeiten, gleicht das eine Auge lange aus, was dem anderen fehlt. Das Gehirn füllt die Lücken auf, sodass man einen gleichmäßigen Seheindruck hat, obwohl bereits Bereiche fehlen.

Manche Menschen bemerken erst dann etwas, wenn sie beim Autofahren Dinge von der Seite übersehen oder häufiger irgendwo anstoßen. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits ein erheblicher Teil der Nervenfasern verloren.

Wer sollte sich untersuchen lassen?

Eine Kontrolle ist besonders sinnvoll, wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft:

  • Sie sind über 40. Ab diesem Alter steigt das Risiko deutlich an.
  • In Ihrer Familie gibt es Grünen Star. Das ist einer der stärksten Risikofaktoren.
  • Sie sind stark kurzsichtig oder stark weitsichtig.
  • Sie haben Diabetes, niedrigen oder stark schwankenden Blutdruck.
  • Sie nehmen längerfristig Kortison ein, auch als Spray oder Salbe.
  • Sie hatten eine Augenverletzung oder eine Augenoperation.
  • Bei einer früheren Untersuchung wurde ein erhöhter Augendruck festgestellt.

Trifft nichts davon zu, ist eine Kontrolle ab 40 etwa alle zwei Jahre eine sinnvolle Vorsorge. Bei erhöhtem Risiko oder bereits bekannter Erkrankung legen wir den Abstand gemeinsam fest.

Wie wird der Grüne Star untersucht?

Ein einzelner Wert reicht nicht aus. Wir schauen uns mehrere Dinge an, weil erst das Zusammenspiel ein verlässliches Bild ergibt. Alle Untersuchungen sind schmerzfrei.

Augendruck

Wir messen den Druck im Auge. Das dauert wenige Sekunden. Weil der Druck im Tagesverlauf schwankt, sagt ein einzelner Wert noch wenig aus, und wir messen bei Bedarf mehrfach.

Hornhautdicke

Eine dickere Hornhaut lässt den gemessenen Druck höher erscheinen als er ist, eine dünnere niedriger. Ohne diesen Wert kann ein Druckwert falsch eingeschätzt werden. Deshalb messen wir die Dicke mit.

Sehnerv und Nervenfasern (OCT)

Beim OCT wird der Sehnervenkopf mit Licht Schicht für Schicht abgetastet und die Dicke der Nervenfaserschicht gemessen. Das Gerät berührt Ihr Auge nicht, die Untersuchung dauert wenige Minuten. Sie zeigt Veränderungen oft schon, bevor im Gesichtsfeld etwas auffällt, und macht den Verlauf über Jahre vergleichbar.

Gesichtsfeld

Sie schauen auf einen Punkt und drücken einen Knopf, sobald irgendwo ein Lichtpunkt aufblitzt. So wird sichtbar, ob und wo bereits Bereiche fehlen. Die Untersuchung verlangt etwas Konzentration und dauert pro Auge einige Minuten.

Kammerwinkel

Wir sehen uns den Abflussweg der Augenflüssigkeit direkt an. Das entscheidet, um welche Form des Glaukoms es sich handelt, und damit auch, welche Behandlung überhaupt in Frage kommt.

Welche Behandlungen gibt es?

Alle Behandlungen verfolgen dasselbe Ziel: den Augendruck so weit senken, dass der Sehnerv nicht weiter geschädigt wird. Welcher Weg der richtige ist, hängt von der Form des Glaukoms, vom Ausgangsdruck und von Ihrem Alltag ab.

Augentropfen

Der übliche erste Schritt. Tropfen senken den Druck zuverlässig, müssen aber täglich und dauerhaft angewendet werden. Genau daran scheitert es im Alltag häufig: Man vergisst sie, verreist ohne sie, oder die Augen reagieren mit Brennen und Rötung. Manche Menschen vertragen die Konservierungsstoffe schlecht.

SLT-Laserbehandlung

SLT steht für selektive Lasertrabekuloplastik. Dabei werden mit sehr kurzen, schwachen Laserimpulsen gezielt einzelne Zellen im Abflussbereich des Auges angeregt. Der Abfluss verbessert sich, der Druck sinkt. Anders als bei älteren Laserverfahren wird dabei kein Gewebe verödet, deshalb kann die Behandlung später wiederholt werden.

Wie läuft das ab?

Das Auge wird mit Tropfen betäubt. Sie sitzen an einem Gerät ähnlich der Spaltlampe, das Kinn auf einer Stütze, und ein Kontaktglas wird aufs Auge gesetzt. Die Behandlung selbst dauert nur wenige Minuten pro Auge. Danach kontrollieren wir noch einmal den Druck, und Sie gehen wieder nach Hause.

Tut das weh?

Nein. Durch die Betäubungstropfen spürt man den Laser nicht. Die meisten beschreiben ein kurzes Lichtflackern und ein leichtes Druckgefühl durch das Kontaktglas.

Kann ich danach normal weitermachen?

Das Auge kann für ein paar Stunden lichtempfindlich sein und etwas verschwommen sehen. Selbst Auto fahren sollten Sie direkt danach nicht, planen Sie also eine Begleitung oder öffentliche Verkehrsmittel ein. Am Folgetag sind die meisten wieder im normalen Alltag.

Kann ich die Tropfen dann weglassen?

Manchmal ja, manchmal nicht. Bei einem Teil der Behandelten sinkt der Druck so weit, dass Tropfen vorerst nicht mehr nötig sind. Bei anderen wirkt die SLT ergänzend, sodass weniger oder besser verträgliche Tropfen ausreichen. Und bei manchen spricht das Auge nicht ausreichend an. Das lässt sich vorher nicht sicher vorhersagen, deshalb versprechen wir es auch nicht.

Wie lange hält die Wirkung?

Die Wirkung lässt über die Jahre allmählich nach. Wie schnell, ist individuell verschieden. Weil kein Gewebe zerstört wird, kann die Behandlung bei nachlassender Wirkung in der Regel wiederholt werden.

Welche Risiken gibt es?

Die SLT gilt als schonendes Verfahren. Möglich sind eine vorübergehende Reizung, eine leichte Entzündung im Auge und in seltenen Fällen ein kurzzeitiger Druckanstieg direkt nach der Behandlung. Deshalb kontrollieren wir danach. Alles Weitere besprechen wir im Aufklärungsgespräch, bevor Sie sich entscheiden.

Wenn Tropfen und Laser nicht ausreichen

Bleibt der Druck trotz Tropfen und Laser zu hoch oder schreitet der Schaden am Sehnerv fort, gibt es operative Möglichkeiten. Diese finden im Spital statt. Wir besprechen mit Ihnen, welches Verfahren in Frage kommt, und begleiten Sie bei den Kontrollen davor und danach.

Was kostet das?

Die Basisuntersuchungen sind Kassenleistungen. Einige der genaueren Verfahren und die Laserbehandlung sind Privatleistungen. Hier sehen Sie, was worunter fällt.

Grüner Star: Untersuchung und Behandlung

Kassenleistung

  • Augendruckmessunge-card
  • Untersuchung des Sehnervse-card
  • Kammerwinkele-card
  • Beratungsgespräche-card

Privatleistung

  • OCT Sehnerv und Nervenfasern[[ Preis ]]
  • Gesichtsfeld[[ Preis ]]
  • Hornhautdicke[[ Preis ]]
  • SLT-Laser, pro Auge[[ Preis ]]

Im Preis der SLT-Behandlung sind [[ Voruntersuchung / Behandlung / Kontrolle ergänzen ]] enthalten. Reicht eine Sitzung nicht aus, [[ Regelung für Wiederholung ergänzen ]].

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Häufige Fragen

Ist Grüner Star dasselbe wie Grauer Star?

Nein, die Namen ähneln sich, die Erkrankungen haben aber nichts miteinander zu tun. Beim Grauen Star trübt sich die Linse ein, das lässt sich operativ beheben und das Sehen kommt zurück. Beim Grünen Star wird der Sehnerv geschädigt, und dieser Schaden bleibt. Mehr dazu auf unserer Seite zum Grauen Star.

Bekomme ich Tropfen ins Auge und sehe danach schlecht?

Für die Untersuchung des Augenhintergrunds weiten wir manchmal die Pupille. Danach sind Sie für einige Stunden blendempfindlich und sehen in der Nähe unscharf. Autofahren geht dann nicht. Wenn Sie mit dem Auto kommen möchten, sagen Sie uns das bitte bei der Terminvereinbarung, dann planen wir entsprechend.

Wie oft muss ich zur Kontrolle?

Bei bekanntem Glaukom meist zwei- bis viermal im Jahr, je nachdem wie stabil die Werte sind. Bei reiner Vorsorge ohne Befund reicht ab 40 in der Regel alle zwei Jahre.

Kann ich mit Grünem Star Auto fahren?

In vielen Fällen ja. Entscheidend ist das Gesichtsfeld, nicht die Diagnose an sich. Für den Führerschein gibt es klare Vorgaben, die wir mit einer Untersuchung überprüfen können. Mehr dazu unter Augenärztliche Gutachten.

Hilft es, weniger Kaffee zu trinken oder Sport zu machen?

Lebensstil kann den Augendruck etwas beeinflussen, ersetzt aber keine Behandlung. Wichtiger ist, dass Blutdruck und Blutzucker gut eingestellt sind, weil auch die Durchblutung des Sehnervs eine Rolle spielt. Da Dr. Schild-Burggasser auch Allgemeinmedizinerin ist, schauen wir uns diesen Zusammenhang gleich mit an.


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