Laser am Auge klingt nach großem Eingriff. Tatsächlich sitzen Sie dabei an einem Gerät wie bei einer normalen Untersuchung, es wird nicht geschnitten und nicht genäht, und Sie gehen danach wieder nach Hause. Wie lange es dauert und wie angenehm es ist, hängt allerdings von der Behandlung ab. Wir schreiben bei jeder dazu, womit Sie rechnen müssen.
Kurz vorweg: Es geht nicht um das Weglasern der Brille
Wenn Menschen „Augenlasern“ hören, denken die meisten an das Korrigieren von Kurzsichtigkeit, damit man die Brille loswird. Darum geht es auf dieser Seite nicht. Hier geht es um therapeutische Laserbehandlungen, die eine Erkrankung behandeln oder verhindern.
Nachstar: Laser nach der Grauen-Star-Operation
Nach einer Operation des Grauen Stars sitzt die Kunstlinse in einer sehr dünnen, natürlichen Kapsel. Bei einem Teil der Operierten trübt sich diese Kapsel nach Monaten oder Jahren ein. Das Sehen wird dann wieder langsam schlechter, oft mit Blendung, ganz ähnlich wie vor der Operation.
Viele glauben deshalb, der Graue Star sei zurückgekommen. Das ist nicht der Fall. Die Kunstlinse selbst bleibt klar, nur die Kapsel dahinter ist getrübt.
Wie wird das behandelt?
Mit dem Laser wird in die getrübte Kapsel eine kleine Öffnung gemacht, genau dort, wo das Licht durchtreten muss. Das Auge wird davor mit Tropfen betäubt und die Pupille geweitet. Sie sitzen an einem Gerät, das Kinn liegt auf einer Stütze. Die Behandlung selbst dauert wenige Minuten pro Auge.
Danach ist das Auge für ein paar Stunden lichtempfindlich und in der Nähe unscharf, weil die Pupille noch geweitet ist. Autofahren geht direkt danach nicht, planen Sie also eine Begleitung oder öffentliche Verkehrsmittel ein. Viele bemerken die Verbesserung schon am selben oder am nächsten Tag.
Muss ich das immer wieder machen lassen?
Nein. Die Öffnung bleibt bestehen, ein Nachstar kommt an derselben Stelle nicht zurück. In aller Regel ist die Behandlung pro Auge einmal nötig.
Gibt es Risiken?
Die Behandlung gilt als sehr sicher. Häufig sind für kurze Zeit vermehrt schwarze Punkte im Blickfeld sichtbar, die sich meist wieder legen. Selten kommt es zu einem kurzzeitigen Druckanstieg, deshalb kontrollieren wir danach. Alles Weitere besprechen wir im Aufklärungsgespräch.
Netzhautlaser bei Diabetes und Gefäßproblemen
Diabetes und Bluthochdruck schädigen mit der Zeit die feinen Gefäße der Netzhaut. Die Gefäße werden undicht, es bilden sich neue, brüchige Gefäße, und im schlimmsten Fall kommt es zu Blutungen oder einer Netzhautablösung. Das passiert lange völlig schmerzfrei.
Mit dem Laser werden die betroffenen Bereiche gezielt behandelt, damit sich der Zustand nicht verschlechtert. Wichtig zu verstehen: Das Ziel ist, das vorhandene Sehvermögen zu erhalten. Bereits verlorenes Sehen kommt dadurch nicht zurück. Genau deshalb ist die regelmäßige Kontrolle bei Diabetes so wichtig, auch wenn man gut sieht.
Auch ein Loch oder ein Riss in der Netzhaut kann mit dem Laser abgesichert werden, bevor sich daraus eine Ablösung entwickelt. Rund um die Stelle wird eine Art Schweißnaht gesetzt, die die Netzhaut festhält.
Wie läuft die Behandlung ab?
Die Pupille wird geweitet, das dauert etwa 30 bis 45 Minuten. Danach wird das Auge mit Tropfen betäubt und ein Kontaktglas aufgesetzt. Sie sitzen an einem Gerät ähnlich der Spaltlampe, das Kinn auf einer Stütze. Während der Behandlung sehen Sie helle Lichtblitze.
Wie lange es dauert, hängt davon ab, wie viel behandelt werden muss. Ein einzelnes Netzhautloch abzusichern geht in wenigen Minuten. Eine großflächige Behandlung bei Diabetes dauert länger und wird meist auf mehrere Sitzungen aufgeteilt.
Ist der Netzhautlaser schmerzhaft?
Hier antworten wir anders als bei den übrigen Laserbehandlungen. Der Netzhautlaser kann unangenehm sein und wird von manchen als stechend oder brennend beschrieben, besonders wenn großflächig oder weit außen behandelt wird. Die Betäubungstropfen wirken an der Oberfläche, nicht in der Tiefe.
Sagen Sie uns während der Behandlung, wenn es zu viel wird. Wir können die Einstellungen anpassen, Pausen machen oder auf mehrere Sitzungen aufteilen. Bei sehr empfindlichen Augen gibt es zusätzliche Möglichkeiten der Betäubung, das besprechen wir vorher.
Wie viele Sitzungen brauche ich?
Bei einem Netzhautriss meist eine, manchmal eine Nachbehandlung. Bei fortgeschrittener diabetischer Netzhauterkrankung sind mehrere Sitzungen üblich, verteilt über Wochen. Danach wird kontrolliert, ob die Behandlung ausgereicht hat.
Was verändert sich danach dauerhaft?
Das gehört ehrlich gesagt: Der Laser setzt Narben in der Netzhaut. Das ist gewollt, denn genau diese Narben stabilisieren. Sie bleiben aber bestehen.
Bei kleinen Behandlungen merkt man davon nichts. Wird großflächig behandelt, kann das Sehen bei Dämmerung und in der Nacht schlechter werden, und das seitliche Gesichtsfeld kann sich einschränken. Für Menschen, die nachts Auto fahren, ist das relevant.
Das klingt hart, ist aber die Abwägung: eine Einschränkung in Kauf nehmen, um die Mitte des Sehens zu erhalten. Wir besprechen das vorher mit Ihnen, damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen.
Und danach, am selben Tag?
Das Auge ist einige Stunden lichtempfindlich und in der Nähe unscharf, weil die Pupille geweitet ist. Autofahren geht nicht, planen Sie eine Begleitung oder öffentliche Verkehrsmittel ein. Manche berichten von Kopfschmerzen oder einem Druckgefühl am Behandlungstag.
Plötzliche Lichtblitze oder ein Schatten im Blickfeld
Wenn Sie plötzlich Lichtblitze sehen, viele neue schwarze Punkte wie ein Rußregen, oder wenn sich ein Schatten oder Vorhang von außen ins Blickfeld schiebt: Das kann eine beginnende Netzhautablösung sein. Suchen Sie sofort eine Augenambulanz auf oder rufen Sie außerhalb der Ordinationszeiten die Rettung unter 144. Hier zählt jede Stunde.
Laser beim engen Abflussweg (Kammerwinkel)
Bei manchen Menschen ist der Abflussweg für die Augenflüssigkeit von Natur aus eng. Wenn er sich ganz verschließt, steigt der Druck innerhalb von Stunden massiv an. Das ist ein akuter Glaukomanfall, mit sehr starken Schmerzen, rotem Auge und Übelkeit, und ein echter Notfall.
Erkennt man den engen Kammerwinkel vorher, lässt sich das verhindern. Mit dem Laser wird ein winziger zusätzlicher Durchlass in der Regenbogenhaut angelegt, durch den die Flüssigkeit auch dann abfließen kann, wenn der normale Weg blockiert. Die Behandlung dauert wenige Minuten und ist vorbeugend, nicht heilend.
Wie merke ich, ob ich betroffen bin?
Gar nicht, solange nichts passiert. Der enge Kammerwinkel fällt bei der augenärztlichen Untersuchung auf, wenn wir uns den Abflussweg direkt ansehen. Manche Menschen bemerken vorher gelegentlich Regenbogenringe um Lichtquellen oder ein leichtes Druckgefühl, vor allem abends oder im Dunkeln.
Häufiger betroffen sind weitsichtige Menschen und Personen mit kleinen Augen. Auch bestimmte Medikamente können einen Anfall auslösen, deshalb steht in manchen Beipackzetteln eine Warnung zum Engwinkelglaukom.
Wie läuft es ab und was ist danach?
Anders als sonst wird die Pupille hier nicht geweitet, sondern eng gestellt. Das Auge wird betäubt, ein Kontaktglas aufgesetzt, die Behandlung dauert wenige Minuten pro Auge. Danach kontrollieren wir den Augendruck.
Meist wird beidseits behandelt, weil der enge Kammerwinkel in der Regel beide Augen betrifft. Für kurze Zeit können vermehrt Blendung oder Doppelkonturen auftreten, das legt sich üblicherweise wieder.
Laser beim Grünen Star statt Tropfen
Beim Grünen Star kann mit der SLT-Laserbehandlung der Abfluss im Auge verbessert und damit der Augendruck gesenkt werden. Für manche Menschen bedeutet das weniger oder vorübergehend gar keine Augentropfen mehr.
Weil das eng mit der Erkrankung selbst zusammenhängt, haben wir es dort ausführlich beschrieben: Grüner Star und SLT-Laserbehandlung.
Was kostet das?
Laserbehandlungen, Preis pro Auge
- Nachstar[[ Preis ]]
- Enger Abflussweg (Kammerwinkel)[[ Preis ]]
- Netzhaut[[ Preis ]]
- Grüner Star (SLT)[[ Preis ]]
Ob eine Behandlung im Einzelfall von der Kasse getragen wird, hängt von der medizinischen Notwendigkeit ab. Was auf Sie zukommt, besprechen wir vor der Behandlung mit Ihnen.
LARA Partnerin von UNIQA
Unsere Ordination ist LARA Partnerin von UNIQA. Je nach Versicherungsschutz kann die Abrechnung ambulanter Leistungen direkt mit UNIQA erfolgen, Sie müssen also nicht in Vorlage treten.
Häufige Fragen
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Das kommt darauf an, welche. Eine pauschale Antwort wäre unehrlich.
Nachstar und enger Kammerwinkel: in aller Regel schmerzfrei. Die meisten beschreiben ein kurzes Lichtflackern und ein leichtes Druckgefühl durch das Kontaktglas.
Netzhautlaser: kann unangenehm bis schmerzhaft sein, besonders bei großflächiger Behandlung. Die Betäubungstropfen wirken nur an der Oberfläche. Sagen Sie uns während der Behandlung, wenn es zu viel wird, dann passen wir an oder teilen auf mehrere Sitzungen auf.
SLT beim Grünen Star: in der Regel gut verträglich.
Muss ich jemanden mitnehmen?
Selbst fahren sollten Sie danach nicht. Ob Sie eine Begleitung brauchen oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurechtkommen, hängt von der Behandlung ab. Wir sagen Ihnen das beim Termin vorher.
Wie lange dauert das insgesamt?
Der Laser selbst dauert bei Nachstar und Kammerwinkel wenige Minuten, beim Netzhautlaser je nach Umfang deutlich länger. Rechnen Sie in jedem Fall mit ein bis zwei Stunden in der Ordination, weil vorher getropft und gewartet und hinterher der Augendruck kontrolliert wird.
Kann ich beide Augen am selben Tag machen lassen?
Das hängt von der Behandlung und vom Befund ab. Häufig wird auf zwei Termine aufgeteilt, damit sich ein Auge erholen kann und die Wirkung beurteilbar bleibt.
Werde ich meine Brille dadurch los?
Nein. Diese Behandlungen korrigieren keine Fehlsichtigkeit. Sie behandeln eine Erkrankung oder beugen ihr vor.
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Ob eine Laserbehandlung für Sie in Frage kommt, klären wir bei einer Untersuchung. Fragen Sie dafür einen Beratungstermin an und wählen Sie als Thema Laserbehandlung.
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